Da mich bei der Installation der macOS Big Sur Beta das Problem ereilt hat, dass mein Mac angeblich zu wenig freien Speicher besitzt, obwohl bei „Über diesen Mac“ noch 80GB frei angezeigt wurde, musste ich etwas tiefer graben.

Die Ausgabe, die „df -h“ nach dem Freigeben liefert

Dabei habe ich mich zu Beginn gefragt wie viel Speicher denn nun wirklich auf meinem Mac frei war, da die obige Angabe ja offensichtlich nicht korrekt sein konnte.
Hierfür habe ich den folgenden Terminal Befehl genutzt.

df -h

Damit konnte ich feststellen, dass meine SSD eigentlich nur 10GB freien Speicher besitzt.
Nach einem kurzen Blick in das Festplattendienstprogramm, stellte sich der Rest als lediglich „purgeable“ oder zu deutsch „löschbar“ heraus.

Die Laufwerksverwaltung mit explizit ausgezeichnetem „purgeable“ Storage

Was ist Purgeable Storage?

Aber was bedeutet dieses „löschbar“?
Naja unter den Begriff „Purgeable Storage“ oder „löschbarer Speicher“ fällt schlicht und einfach der Speicherbereich, der beim Löschen einer Datei frei werden würde und damit als frei verfügbar markiert wird, ohne aber wirklich die Datei zu löschen.
Normalerweise gibt macOS diesen Speicher im Hintergrund wieder frei, wenn er benötigt wird und löscht diese „gelöschten“ Daten dann auch endgültig. Leider scheint das aber in manchen Situationen nicht zu funktionieren und so sind manche Dinge wie die Installation eines Updates oder einer Software an einem bestimmten Punkt unmöglich.

Das Problem an der Sache ist dann, dass macOS, zumindest seit der Einführung von APFS, über keine Funktion verfügt diesen Speicher einfach manuell freizugeben. Man muss also warten, bis das System diesen automatisch im Hintergrund „aufräumt“.

Wie kann ich den Speicher trotzdem manuell freigeben?

Allerdings wollte ich nicht solange warten und darauf vertrauen, dass mein System mir im Hintergrund meinen eigentlich freien Speicher zur Verfügung stellt. So habe ich nach einer Möglichkeit gesucht macOS dazu zu zwingen mir diesen Speicher wieder freizugeben und wurde fündig.
Ich warne euch aber schonmal vor, denn das ganze Prozedere verlangt die Benutzung des Terminals und kann auch dazu führen, dass ihr euch eure SSD so voll schreibt, dass ihr Probleme mit dem System bekommt.

Bevor wir aber dazu kommen, solltet ihr erst einmal in eure Systemeinstellungen unter „Time Machine“ navigieren und temporär das automatische Time Machine Backup deaktivieren. Denn ein Teil des löschbaren Speichers kann auch durch lokale Time Machine Snapshots belegt sein. Diese werden aber gelöscht oder zumindest wieder löschbar, wenn ihr das automatische Backup deaktiviert.
Habt ihr das erledigt startet ihr am Besten erstmal euren Mac neu.


Kommen wir nun aber zum nächsten Schritt für den wir das Terminal brauchen.
Denn im Grunde besteht die Methode einzig und allein darin mit dem Terminal-Tool „dd“ eine riesige Datei zu schreiben, die so groß ist wie der freizugebende Speicher, um das System zu zwingen diesen freizugeben.
Hierfür startet ihr die App „Terminal“ und navigiert in einen Ordner eurer Wahl. Ich habe mir den Desktop ausgesucht. Gebt dafür folgenden Befehl im Terminal ein und drückt dann Enter.

cd Desktop

Nun solltet ihr im Desktop-Verzeichnis sein und seid bereit hier eine große Datei zu schreiben.
Gebt nun den auf diesen Absatz folgenden Befehl ins Terminal ein und drückt erst Enter, wenn ihr hier alles gelesen habt.
Denn ihr solltet die Eigenschaften der Datei am besten direkt mit Rechtsklick öffnen, wenn sie erstellt wird, um die Größe der Datei im Auge zu behalten.
Hat die Datei nämlich die gewünschte Größe erreicht so müsst ihr den Terminal-Befehl sofort mit der Tastenkombination „Control +C“ abbrechen.
Wundert euch übrigens nicht, dass nach dem Drücken auf Enter im Terminal keine weitere Ausgabe erfolgt. Das ist völlig normal und bedeutet lediglich, dass „dd“ gerade ausgeführt wird.

dd if=/dev/zero of=./BigChunkyFile bs=15m

Habt ihr die Datei geschrieben löscht ihr sie sofort wieder und leert danach euren Papierkorb. Wenn ihr nun im Festplattendienstprogramm oder im Terminal mit df -h den freien Speicher eurer SSD oder Festplatte unter die Lupe nehmt, sollte der „Purgeable Storage“ oder „löschbare Speicher“ deutlich kleiner oder gar verschwunden sein.
Damit habt ihr den ganzen Speicher nun wieder frei zur Verfügung.